Das Spektrum an Kundenbedürfnissen ist im Bereich der Intralogistik so breit wie nie zuvor: von Durchsatzmaximierung bis Energieeffizienz, von Automatisierung bis Ersatzteilversorgung. Dass Linde MH hier kein einziges Fragezeichen stehen lassen darf, steht für Robert von Keudell außer Frage. Im Interview erläutert der neue Vice President Sales & Service (Germany), wie er die Position des Unternehmens als ganzheitlicher Lösungsanbieter weiter stärken will – und welche Rolle der Linde MH-Spirit dabei spielt.
Herr von Keudell, Ihr Einstieg bei Linde MH Anfang April 2025 fiel zeitlich quasi mit dem Auftakt der THE NEXT CHAMP Tour zusammen. Da ging es für Sie ja wortwörtlich „bewegt“ los.
Robert von Keudell: Absolut. Und vor Kurzem durfte ich zum ersten Mal live beim StaplerCup mitfiebern. Ein wirklich grandioses Event, das mir gezeigt hat, wie viel Leidenschaft und Emotion in dieser Marke steckt! Ich kann also guten Gewissens sagen: Spätestens jetzt bin ich offiziell Teil der Familie (lacht). Nein, ganz im Ernst – die Anfangsmonate waren für mich auch im ganz normalen Arbeitsalltag beeindruckend. Dass ein Unternehmen mit einer so langen Tradition derartig dynamisch agiert, ist schon allein bemerkenswert. Aber: Diesen Spirit lebt man hier nicht nur intern. Es gelingt Linde MH, ihn praktisch 1:1 auf seine Kundenunternehmen zu übertragen. Das ist alles andere als alltäglich.
Wobei Ihre ersten Berührungspunkte mit der Marke schon etwas länger zurückliegen …
Robert von Keudell: In der Tat kam ich schon während meiner Schulzeit in Kontakt mit Linde MH. Damals arbeitete ich Nachtschichten bei Fulda Reifen (Goodyear) – aber immerhin auf einem Linde-Stapler. Und auch später begegneten mir die roten Fahrzeuge immer wieder, zum Beispiel im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit: Vor einiger Zeit war ich in Rumänien, wo ich eine Woche lang bei der Organisation von Hilfsgütern für die Ukraine mithalf. Und was fuhr da unablässig auf dem Umschlagsplatz hin und her? Sie können es sich denken!


Der Service bildet in meinen Augen einen ganz zentralen Touchpoint, an dem die Leistungsfähigkeit der Marke Linde MH konkret erlebbar wird.
Robert von Keudell,
VP Sales & Service, Linde Material Handling Germany

Jetzt ist natürlich Begeisterung das eine. Auf der anderen Seite stehen aktuell fast alle Branchen vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen, begleitet von immer höheren Anforderungen an die Intralogistik. Mit welcher Agenda wollen Sie diesen begegnen?
Robert von Keudell: Zunächst einmal möchte ich klar sagen: Das, was Sie hier ansprechen, ist nicht von gestern auf heute passiert. Mit Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität – also der berühmten VUCA-Welt – haben wir es schon länger zu tun. Ich sprach gerade vom Linde MH-Spirit. Hier wusste man bereits vor fünf Jahren, dass man sich gegenüber den Kunden anders positionieren muss als in der Vergangenheit. Und heute ist das nicht anders. Heißt: Mein Fokus liegt zum einen auf der kontinuierlichen und systematischen Weiterentwicklung unserer Vertriebsstruktur; zum anderen müssen Kundenunternehmen darauf vertrauen können, dass wir für sie zur richtigen Zeit mit den richtigen, ganzheitlichen Lösungen bereitstehen.
Was dürfen wir uns konkret darunter vorstellen?
Robert von Keudell: Kurz gesagt, dass wir bei Linde MH auf jede Kundenfrage, die nur ansatzweise etwas mit Intralogistik zu tun hat, eine individuell passende Antwort parat haben. Klar kann eine solche Antwort auch heute noch lauten: Wir liefern Dir fünf passende Stapler, zehn Lagertechnikgeräte oder Ähnliches. Inzwischen gestalten sich die Bedürfnisse vieler unserer Kunden jedoch ungleich komplexer. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Da stehen am Anfang vielleicht wirklich „nur“ fünf neue Stapler im Raum – aber dann führt die Reise schnell weiter Richtung passende Energiesysteme, mit denen sich die Fahrzeuge am wirtschaftlichsten betreiben lassen. Damit kommen wir also in Bereiche von Ladelösung und Energiemanagement. Das schlägt wiederum häufig die Brücke ins Flottenmanagement, wo wir Ende dieses Jahres mit myLinde eine leistungsstarke, ständig mitwachsende Software zu den Kunden bringen. Und natürlich ließe sich das Ganze noch viel weiter auffächern …
Zum Beispiel in das Feld Automatisierung?
Robert von Keudell: Selbstverständlich. Das ist vielleicht sogar das Segment, in dem eine holistische Sichtweise die größte Rolle spielt. Immerhin geht es hier vielerorts um wesentlich mehr als das bloße Umwandeln manueller Transportvorgänge in automatisierte. Da müssen auch wir vor allem die richtigen Fragen stellen: Wie sieht die Logistikkette davor und danach aus? Wie verändert sich das Aufgabenprofil der Beschäftigten? Wie steht es um die Infrastruktur und die Arbeitssicherheit? Erst wenn wir diese und weitere Aspekte im Detail geklärt haben, können wir passgenaue Lösungen anbieten, die für das Kundenunternehmen maximalen Mehrwert generieren. Wohlgemerkt unabhängig davon, ob es sich um Großkonzerne oder mittelständische Betriebe handelt. Gerade letztere profitieren enorm von unserer eigenentwickelten Automatisierungssoftware MATIC:move. Sie richtet sich gezielt gerade auch an Einsteiger, denn sie vereinfacht den Implementierungsprozess, verkürzt ihn erheblich – und weckt dadurch Lust auf mehr Automatisierung.

Wir haben auf jede Kundenfrage, die nur ansatzweise etwas mit Intralogistik zu tun hat, eine individuell passende Lösung im Portfolio.
Robert von Keudell,
VP Sales & Service, Linde Material Handling Germany

Wenn wir über den Mehrwert von Automatisierung sprechen, ist der Megatrend Künstliche Intelligenz nicht weit. Wie ist hier der Stand der Entwicklung?
Robert von Keudell: Um KI für die Intralogistik nutzbar zu machen, arbeiten wir seit Längerem mit Weltmarktführer NVIDIA zusammen. Unser LogiMAT-Showcase hat ja schon erste konkrete Einblicke geliefert, welche gewaltigen Chancen sich aus dieser Gamechanger-Technologie ergeben können. Oder besser gesagt: ergeben werden! Erste KI-Anwendungen haben wir bereits im Testbetrieb. Derzeit arbeiten wir unermüdlich daran, schnellstmöglich marktfertige Lösungen für alle anbieten zu können. Und Sie können sicher sein: Diese Lösungen werden so gestaltet sein, dass sich Kundenunternehmen davon nicht nur perfekt abgeholt fühlen, sondern am Ende des Tages sagen: Das hat sich gelohnt!
Stichwort „abgeholt fühlen“: Das ist natürlich nicht nur bei Zukunftsthemen essenziell. Auch in klassischen Feldern wie dem Service erwarten die Kundschaft passgenaue Lösungen. Welchen Stellenwert hat dieser Bereich für Ihre Arbeit?
Robert von Keudell: Der Service bildet in meinen Augen einen ganz zentralen Touchpoint, an dem die Leistungsfähigkeit der Marke Linde MH konkret erlebbar wird. Er ist gewissermaßen das umgesetzte Versprechen: „Wir sind nicht nur da, wenn es etwas Neues gibt, sondern bleiben verlässlich an Deiner Seite, falls gewünscht über Jahre hinweg.“ Aber: Trotz der hohen Kundenzufriedenheit und unseres Netzwerks, das zu den engmaschigsten in Europa gehört, werden wir auch hier nicht stehenbleiben. Ich denke da nur an unser neues Regional Distribution Center Central Europe in Kahl, mit dem wir noch mehr Tempo in die Ersatzteilversorgung bringen. Wie ich vorher schon gesagt habe: Wir wollen kontinuierlich und systematisch immer besser werden – eben nicht als Selbstzweck, sondern um die Probleme unserer Kunden zu lösen. Das ist unser Ziel, unsere Passion – und das fordert uns jeden Tag heraus. Aber wir lieben diese Herausforderung!
Veröffentlicht am 25.11.2025


